Empa: Dieselbusse lassen sich rascher elektrifizieren
Bestehende Dieselbusse auf Elektroantrieb umzurüsten statt sie durch Neufahrzeuge zu ersetzen, könnte die Elektrifizierung der europäischen Busflotte um rund 15 Jahre beschleunigen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Empa, die im Rahmen des EU-Forschungsprojekts «CircEUlar» durchgeführt wurde.
Nach Angaben der Forschenden wären sogenannte E-Retrofits technisch und wirtschaftlich realisierbar. Dabei werden Motor und Getriebe durch einen elektrischen Antrieb ersetzt und Batterien anstelle des Dieseltanks eingebaut. Da es bei Stadtbussen nur wenige Modellreihen gibt, könnten die benötigten Umrüstsätze standardisiert werden. Ein Umbau würde lediglich wenige Tage dauern.
Neben einer schnelleren Dekarbonisierung verspricht sich die Empa auch ökologische und wirtschaftliche Vorteile. Die Umrüstung verursacht laut Studie 20 bis 50 Prozent weniger Umweltauswirkungen als die Herstellung eines neuen Elektrobusses. Gleichzeitig könnten Busbetreiber Kosten sparen, die sich in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investieren liessen.
Nach Einschätzung der Forschenden wäre auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur gut umsetzbar. Wo bereits Oberleitungen bestehen, könnten Busse während der Fahrt nachgeladen werden, wodurch kleinere Batterien ausreichen würden. Das Konzept könnte künftig auch auf Lastwagen übertragen werden.
Bildquelle: Postauto