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ETH Zürich hostet neuen Quantencomputer

Die Schweiz hostet einen der modernsten Quantencomputer weltweit. Die neue Anlage soll Forschung und Ausbildung im Bereich Quantum Computing voranbringen. Finanziert wird das durch Kompensationsgeschäfte im Zusammenhang mit der Beschaffung der F-35-Kampfjets.

IBM Quantum System Two im IBM Quantum Datacenter in Poughkeepsie, New York. | © IBM
IBM Quantum System Two im IBM Quantum Datacenter in Poughkeepsie, New York.

Die ETH Zürich und IBM haben am 10. September die Installation eines IBM Quantum System Two am Nationalen Supercomputing Center CSCS der ETH Zürich in Lugano bekanntgegeben. Das erste IBM Quantum System Two der Schweiz, das mit dem neuesten IBM-Nighthawk-Chip ausgestattet sein wird, gehört laut IBM zu den fortschrittlichsten Quantencomputern weltweit.

 

Bereits Ende März hatten die ETH Zürich und IBM eine zehnjährige Initiative zur Entwicklung von neuen Algorithmen an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Quantencomputing bekanntgegeben. Mit der Installation des neuen Quantencomputers gewinnt diese Partnerschaft zusätzlich an Bedeutung.

«Rabatt» auf den F-35

Möglich wird die Aufstellung des Quantencomputers in Lugano durch ein Offset-Abkommen zwischen Lockheed Martin und Armasuisse, dem Bundesamt für Rüstung, im Zusammenhang mit der Beschaffung der F-35-Kampfjets. Offset-Geschäfte, auch Kompensationsgeschäfte genannt, sind Aufträge, Projekte oder Kooperationen, die ein ausländischer Lieferant im Rahmen einer Beschaffung mit Unternehmen, Hochschulen oder Forschungspartnern in der Schweiz umsetzt. Solche Gegengeschäfte sind bei militärischen Beschaffungen üblich.

 

Die ETH Zürich koordiniert die Nutzung des Quantencomputers und stellt diesen Forschenden des ETH-Bereichs, weiterer Schweizer Hochschulen und ausgewählter Unternehmen zur Verfügung. Der neue Quantencomputer wird am CSCS in unmittelbarer Nähe zum KI-fähigen Supercomputer «Alps» aufgebaut. «Bei der Simulation komplexer quantenmechanischer Prozesse stossen klassische Computer an Grenzen. Hier eröffnet Quantum Computing neue Möglichkeiten», erklärt Renato Renner, Professor für Theoretische Physik an der ETH Zürich. Die Kombination des Quantencomputers mit dem Supercomputer «Alps» eröffnet insbesondere in Physik und Chemie neue Perspektiven. Forschende können damit das Verhalten komplexer Materialien, Moleküle und chemischer Prozesse untersuchen, die sich mit herkömmlichen Rechnern nur schwer simulieren lassen. Langfristig könnten daraus Fortschritte bei der Entwicklung neuer Materialien, effizienterer industrieller Verfahren und energieeffizienterer Technologien entstehen.

 

Der neue Quantencomputer ermöglicht zudem die Ausbildung einer neuen Generation von Wissenschaftlerinnen und Ingenieuren. «Wer Quantencomputer programmieren will, muss sowohl Informatik beherrschen als auch Quantenphysik verstehen», erklärt Renato Renner. «Mit direktem Zugang zu einem der fortschrittlichsten Quantencomputer werden sich nun deutlich mehr Studierende und Forschende einfacher mit dieser Technologie beschäftigen können.»

Inbetriebnahme noch in diesem Jahr

Die Inbetriebnahme des IBM Quantum System Two am CSCS ist Ende 2026 geplant. Während des Installationsprozesses und über die gesamte Laufzeit der Vereinbarung hinweg haben Nutzer der ETH Zürich zudem Zugriff auf IBM-Quantencomputer und andere Ressourcen, die über die Cloud verfügbar sind. IBM installiert, wartet und betreibt den Quantencomputer. Die ETH und das CSCS stellen die technische Infrastruktur wie Stromversorgung, Kühlung und Sicherheit bereit und verantworten die Zuteilung der verfügbaren Rechenkapazitäten. Die Zusammenarbeit ist zunächst bis 2029 angelegt und soll Forschung, Ausbildung und Innovationsprojekte im Bereich Quantum Computing fördern.

Zürich 16.09.2026
Beitrag von: Hendrik Thielemann / ETH Zürich
Bildquelle: IBM

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