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Ingenieurlöhne steigen – Nachwuchs stellt Unternehmen vor Herausforderungen

Wie gewinnen Unternehmen junge Fachkräfte – und was müssen sie ihnen bieten? Die Salärstudie 2026/27 von Swiss Engineering zeigt Stärken und Schwächen bei der Nachwuchsförderung. Bei den Löhnen gibt es Bewegung: Ingenieur:innen und Architekt:innen verdienen wieder mehr.

Wie gut gelingt es Schweizer Unternehmen, Nachwuchskräfte zu gewinnen und auf den Berufseinstieg vorzubereiten? Dieser Frage widmet sich der diesjährige Spezialteil der Salärstudie von Swiss Engineering. Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Das Schweizer Bildungssystem erhält gute Noten und junge Fachkräfte bringen viele der gefragten Kompetenzen mit. Die Befragten sehen aber Verbesserungspotenzial beim Übergang in die berufliche Praxis – und Handlungsbedarf bei den Unternehmen selbst, wenn sie für junge Arbeitskräfte attraktiv sein wollen.

 

Nachwuchsförderung hat für viele Unternehmen einen hohen Stellenwert. 53 Prozent der Teilnehmer:innen beurteilen das Thema in ihrem Unternehmen als eher oder stark relevant. Besonders ausgeprägt ist die Bedeutung in grösseren Unternehmen. Bei Unternehmen mit mehr als 1’000 Mitarbeitenden sind es 61 Prozent. Insgesamt nahmen 2’094 Ingenieur:innen und Architekt:innen aus der ganzen Schweiz an der diesjährigen Erhebung teil.

 

Gute Noten für das Bildungssystem

Grundsätzlich stellen die Befragten dem Schweizer Bildungssystem ein gutes Zeugnis aus. 70 Prozent beurteilen die bestehenden Bildungswege als eher oder sehr gut. Bei der Nachwuchsgewinnung setzen die Unternehmen auf unterschiedliche Wege: Die Berufslehre spielt mit 58 Prozent die wichtigste Rolle, gefolgt von Fachhochschulen mit 52 Prozent und Universitäten mit 42 Prozent.

 

Auch die Kompetenzen der Berufseinsteigenden werden in vielen Bereichen positiv beurteilt. Besonders gut schneiden die digitalen Kompetenzen ab: 74 Prozent bewerten sie als eher oder sehr gut. Positiv beurteilt werden zudem Teamfähigkeit und Fachwissen. Kritischer sehen die Befragten dagegen die Praxiserfahrung und die Kundenorientierung. In der offenen Befragung wird ein stärkerer Praxisbezug entsprechend häufig als Verbesserungsmöglichkeit der Ausbildung genannt.

 

Auch die Unternehmen sind gefordert

Die Ergebnisse zeigen jedoch auch Handlungsbedarf auf Seiten der Arbeitgeber. Nur die Hälfte der Befragten beurteilt die eigene Branche als attraktiv für junge Fachkräfte. Besonders gut schneiden die Informatik sowie die Chemie- und Pharmabranche ab, deutlich kritischer werden der Bau sowie die Maschinen- und Metallindustrie beurteilt.

 

Gefragt nach den Gründen für mangelnde Attraktivität nennen die Befragten vor allem Arbeitsbelastung und Lohnniveau. Jeweils 41 Prozent sehen darin ein Hemmnis für die Gewinnung junger Fachkräfte. Entsprechend steht ein höheres Lohnniveau an erster Stelle der Massnahmen, mit denen die Attraktivität der eigenen Branche verbessert werden könnte. Daneben spielen flexible Arbeitsbedingungen eine wichtige Rolle. Flexible Arbeitszeiten und Homeoffice gehören zu den häufig angebotenen und besonders positiv bewerteten Benefits.

 

Mittlerer Ingenieurlohn steigt auf CHF 126’666

Nach dem leichten Rückgang im vergangenen Jahr sind die Löhne der Ingenieur:innen und Architekt:innen wieder gestiegen. Hochgerechnet auf ein Vollzeitpensum beträgt der Medianlohn 2026 CHF 126’666. Im Vorjahr lag er bei CHF 122’000. Wie hoch das Salär ausfällt, hängt stark von Position, Branche und Fachrichtung ab. Die höchsten Medianlöhne werden in der öffentlichen Verwaltung mit CHF 145’000 erzielt. Es folgen Informatik mit CHF 135’000, Chemie/Pharma mit CHF 132’000 sowie Lehre und Forschung mit CHF 131’400. Im Bau sowie in der Maschinen- und Metallindustrie liegt der Median jeweils bei CHF 120’000.

 

Auch für Berufseinsteiger:innen präsentiert sich der Arbeitsmarkt weiterhin erfreulich. Über alle Branchen und Fachrichtungen hinweg liegt ihr mittleres Einstiegssalär bei CHF 90’000. Die Erwartungen an den Einstiegslohn stimmen dabei weitgehend mit den tatsächlich erzielten Löhnen überein.

 

Swiss Engineering verfolgt mit der jährlichen Salärstudie das Ziel, Transparenz über die Löhne von Ingenieur:innen und Architekt:innen in der Schweiz zu schaffen. Die Salärumfrage 2026 wurde vom Marktforschungsinstitut Demoscope im Auftrag von Swiss Engineering durchgeführt. Unterstützt wurde die Erhebung durch ETH Alumni, SIA, SVIAL, SVIN und Swiss Leaders. Mitglieder von Swiss Engineering erhalten die komplette Studie kostenlos. Nichtmitglieder können sie zum Preis von CHF 150 unter info@swissengineering.ch bestellen.

 

Hinweis:

Medienschaffende können den Zugang zum Online-Salärtool unter info@swissengineering.ch anfragen.

Zürich 06.10.2026
Beitrag von: Hendrik Thielemann, Swiss Engineering STV
Bildquelle: Istockphoto

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