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Mit Lean-Methoden schneller am Markt

Rund 20 Thurgauer Ingenieure haben sich bei der Schmid Elektronik AG in Münchwilen in die Vorteile schlanker Entwicklungsmethoden (Lean Development) vertieft.

Agile Methodik: Martin Messerli, Vorstandsmitglied Swiss Engineering Thurgau, Marco Schmid und Ruedi Graf begutachten das Telemetrie-Modul, das Rennfahrzeuge im Shell Eco-marathon übers Internet mit einem Mobiltelefon verbindet. (Bild: Martin Sinzig)

 

Unternehmen, die «Lean Development» anwenden, sind schneller am Markt und damit konkurrenzfähiger. Wie agile Produktentwicklung in der Praxis gelebt wird und welche Methoden sich anbieten, erfuhren die Vertreter der Sektion Thurgau von Swiss Engineering an einem Vorabendworkshop.

Graf: «Schneller zum richtigen Ziel»

Viele Projekte scheiterten oft an unklaren Anforderungen und Zielen, nahm Ruedi Graf vorweg. Er ist Geschäftsführer bei der Werren & Thomann GmbH, Sulgen, und unterstützt die Schmid Elektronik AG seit 2020 bei der Umsetzung von «Lean-Management»-Prozessen. Sogenannte «Flowboards», die das Steuern des Arbeitsflusses in einem Projektteam erleichtern, aber auch weitere agile Methoden könnten viel dazu beitragen, schneller zum richtigen Ziel zu gelangen und vor allem die Durchlaufzeiten ohne Qualitätseinbussen zu verkürzen.

Schmid: «Wie ein Startup denken»

Dass eine Änderung der Abläufe und Methoden nötig war, habe ein gescheitertes Projekt klargemacht, illustrierte Marco Schmid, CEO und Coach der familiengeführten Schmid Elektronik AG. Inzwischen wende das mittelständische Unternehmen «Lean Development»- und «Minimum Viable Product (MVP)»-Methoden an, die von Anfang an grösstmöglichen Kundennutzen generieren. «Wir mussten lernen, wie ein Startup-Unternehmen zu denken und damit auch bereit sein, Kurskorrekturen vorzubehalten», so Schmid.

Diese Philosophie hat dem 1972 gegründeten, mittelständischen Familienunternehmen, das mit 44 Mitarbeitenden Industrie-Elektronik produziert sowie Soft- und Hardware entwickelt, mittlerweile Entwicklungsaufträge internationaler Konzerne eingebracht. Paradebeispiel dafür ist die Entwicklung eines Telemetrie-Moduls für den Shell Eco-marathon, ein globales Programm mit 10'000 Studenten, die in einem jährlichen Wettbewerb die besten Ideen und technischen Lösungen für noch energieeffizientere Fahrzeuge suchen.