FG Elektronik und Informatik (FAEL)

Die Fachgruppe Elektronik und Informatik (FAEL)
Die Fachgruppe Elektronik und Informatik (FAEL)

Wir bringen Ingenieure aus den Bereichen Elektronik, Elektrotechnik und Informatik zusammen.

Wir fördern den Kontakt und den Austausch von Know-how mit ausgewählten Weiterbildungen, Firmenbesuchen, Fachveranstaltungen und Studienreisen. Bei diesen Anlässen treffen sich Gleichgesinnte; von jungen, innovativen Studienabgänger bis zu erfahrenen, gut vernetzten Spezialisten.

Als firmenunabhängige Organisation pflegen wir den Kontakt zu Hochschulen, Behörden und Partnerorganisationen. So sind wir in der Lage, unseren Mitgliedern immer aktuelles Wissen und hochstehende Anlässe zu bieten.

Wir publizieren regelmässig technische Artikel und Ingenieurrätsel. Es würde uns freuen, wenn wir Ihren Ehrgeiz wecken und Sie für die Rätsel begeistern können! Viel Spass...

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Den Königsweg zum El.-Ing. gibt es nicht

Unser Bildungssystem offeriert verschiedene Wege, um Ingenieur zu werden. Bei den Elektroingenieuren sehe ich eine Tendenz, dass der gymnasiale Weg über die ETH zunimmt, während der praktische Weg über eine Lehre und die FH abnimmt. Ist dem tatsächlich so und falls ja: Was sind die Hintergründe dafür?

Autor: Prof. Michael Pichler, Vorstand FAEL

Als Mitglied im Vorstand der FAEL interessiert mich natürlich, wie hoch das Interesse bei den Jugendlichen für den Beruf des Elektroingenieurs ist. In der Grundschule ist man ja bestrebt, den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) wieder etwas mehr Gewicht zu geben. Doch sieht man da bereits Auswirkungen bei den Hochschulen? Im Tages-Anzeiger vom 16. April 2021 habe ich gelesen, dass an der Universität Zürich die MINT-Fächer in den letzten zehn Jahren in der Tat einen Zuwachs von 70 Prozent verzeichneten. Im Vergleich zum Gesamtzuwachs von 34 Prozent innerhalb der letzten 20 Jahre ist das beträchtlich– und erfreulich. Auch an der Hochschule für Technik der FHNW, wo es per se um MINT geht, sind die Studierendenzahlen stetig am Wachsen. Trotzdem gibt es immer weniger Absolventen, die an der FHNW Elektro- und Informationstechnik studieren. Weshalb? Wer den Grund kennt, darf ihn mir gerne mitteilen. Wahrscheinlich gibt es mehrere Gründe.

Gymnasium oder Lehre?

Ich denke, es ist für Jugendliche heute schwieriger als vor knapp 40 Jahren für mich, mit circa 15 Jahren die richtige Berufswahl zu treffen. Da mag es ein Vorteil sein, wenn man das Gymnasium absolviert und diesen Entscheid noch drei bis vier Jahre hinauszögern kann. Doch auch Maturanden tun sich oft schwer, die für sie richtige Studienrichtung zu finden. So kommt es nicht selten zu Studienwechseln oder gar -abbrüchen. Aber damit die Wahl im Alter von 15 Jahren auf eine Elektroniklehre fällt, da müssen schon einige Dinge zusammenkommen. So wirklich nimmt man die Elektronik nämlich nicht wahr im täglichen Leben. Obschon omnipräsent ist sie meist gut verpackt und eine Art Black-Box, die zwar funktioniert, aber man eigentlich keine Vorstellung hat, wie und warum. Man denke zum Beispiel an ein Smartphone, eine Spielkonsole oder die in einem Auto verbaute Elektronik. Man muss also früh beginnen und das Interesse an Elektronik und Informatik von Kindesbeinen an fördern, damit sich in der Oberstufe ein konkreter Berufswunsch entwickelt. Eine Nachwuchsförderung existiert, auch wenn das Angebot überschaubar ist. Für Kinder organisiert Schweizer Jugend Forscht (SJF) spannende Studienwochen oder für Jugendliche existieren spezifische Angebote von JETZ (www.jetz.ch) oder von Electronics4you (www.electronics4you.cc), in denen sich die Elektronik Hands-on mit Lötkolben und elektronischen Komponenten erleben lässt. Und wer so auf den Geschmack gekommen ist, wünscht sich dann vielleicht zu Weihnachten zum Basteln beispielsweise ein Arduino Board oder einen Raspberry PI. Hat man erste, positive Erfahrungen mit Elektronik und Software gemacht, könnte sich ein themenverwandter Berufswusch herauskristallisieren.

Weniger Lehrstellen für Elektroniker

Ein Blick zu den Statistikzahlen der ETH Zürich zeigt, dass dort die Studienrichtungen Elektrotechnik und Informationstechnologie ordentlich laufen und die Studierendenzahlen sogar leicht zunehmend sind. Das würde ja bedeuten, dass der Weg zum Elektroingenieur vermehrt via Gymnasium statt über eine Lehre zum, beispielsweise, Elektroniker verläuft. Die Berufsschulen bestätigt den Verdacht, dass es immer weniger Elektroniker gibt, oder anders ausgedrückt, dass das Angebot an Lehrstellen für Elektroniker abnimmt. Doch warum ist dem so? Es gibt Stimmen, die behaupten, dass es weniger an der Nachfrage mangelt, sondern vielmehr am Angebot. Einen Elektroniker auszubilden, um es an einem Beispiel zu verdeutlichen, ist teurer als einen Elektroinstallateur. Und so liegt die Vermutung nahe, dass Betriebe, die Elektroingenieure beschäftigen, immer weniger in die Ausbildung des Nachwuchses investieren. Vielleicht argumentieren diese Firmen jedoch auch, dass sie immer weniger geeignete Kandidaten finden und deshalb auch das Angebot zu schrumpfen begonnen hat?

Die Auswahl an Studiengängen steigt Ein weiterer Grund könnte sein, dass Elektroniker mit absolvierter Berufsmatur zwar ein Studium beginnen – allerdings nicht zwingend als Elektroingenieur. Haben wir Fachhochschulen uns da selbst eine Konkurrenz geschaffen, die unseren Nachwuchs raubt? Die Hochschullandschaft ist breiter geworden, vor allem, seit die Änderungen der Bologna-Reform im Jahr 2005 gelten. An der Hochschule für Technik in Brugg/Windisch präsentiert sich die Situation wie folgt: Die klassischen Studiengänge in Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik gibt es nach wie vor. An ihnen werden Spezialisten ausgebildet – mit einer fundierten Grundausbildung und exemplarischen Vertiefungen, die unsere Technik von morgen entwickeln. Doch neu gibt es eben auch weitere Angebote wie Systemtechnik, Energie- und Umwelttechnik, i-Competence, Data Science oder das Wirtschaftsingenieurwesen. Bei dieser Vielfalt kann es schon vorkommen, dass nicht alle Elektroniker auch Elektroingenieur werden.

Grosses Potenzial bei Informatikern Oben habe ich geschrieben, dass die Abschlüsse bei den Elektronikern rückläufig sind. Natürlich gibt es weitere Berufe wie Automatiker, Elektroinstallateure oder Informatiker, die ebenfalls beste Voraussetzungen für ein FH-Studium in Elektro- und Informationstechnologie mitbringen, ebenso Maturanden mit entsprechendem Praktikum. Grosses Potenzial sehe ich bei den Informatikern, die mit einer Profilierung in Richtung «Embedded Systems» ihr Elektrotechnikstudium sehr softwarelastig gestalten können.

Reich an Möglichkeiten

Im FH-Studium entwickelt man sich innerhalb von drei Jahren Vollzeit zum Ingenieur. Und was Ingenieure auszeichnet ist meines Erachtens die Fähigkeit, sich in ein Problem hineinzudenken, es in seiner Ganzheit zu erfassen und eine dazu passende Lösung zu erarbeiten. Das erfordert fundierte Grundlagen und diverse Fachkenntnisse. Wer noch zwei bis drei Jahre anhängt, kann seinen Bachelor-Titel zu einem Master-Abschluss aufwerten. Dieser kann, muss aber nicht, an der gleichen Schule erfolgen. Ein Wechsel an eine andere Fachhochschule, an eine Hochschule im Ausland oder gar an die ETH ist möglich. Für letzteren Weg bedarf es in der Regel noch eines Zusatzjahres, um allfällige Wissenslücken auszufüllen, danach steht dem Weg zum El. Ing. ETH jedoch nichts mehr im Wege. Diese Wechsel zwischen FHs und ETHs finden übrigens oft statt; in die eine Richtung, wenn man sein Wissen noch weiter vertiefen möchte, in die andere, falls die Theorie zu anspruchsvoll oder die Lust nach Praxis stärker ist.

Der Wunsch nach mehr

Abschliessend möchte ich zum Ausdruck bringen, dass ich mit dem Ingenieurnachwuchs in der Schweiz insgesamt zufrieden bin. Doch aus persönlicher Sicht und der Überzeugung, dass unsere KMUs und Grossbetriebe weiterhin gute Elektroingenieure benötigen, wünschte ich mir noch einige mehr von diesen, egal mit welcher Vorbildung und auf welchem Bildungsweg.

Vorstandsliste

  • Michael Giger
    e-Plattformverantwortlicher
    FG Elektronik und Informatik
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  • Michael Giger
    Präsident
    FG Elektronik und Informatik
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  • René Gisler
    Vorstandsmitglied
    FG Elektronik und Informatik
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  • Roland Grimmer
    Vorstandsmitglied
    FG Elektronik und Informatik
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  • Thomas Hauser
    Mitgliederverantwortlicher
    FG Elektronik und Informatik
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  • Theodor Klossner
    Vorstandsmitglied
    FG Elektronik und Informatik
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  • Heinz Mathis
    Vorstandsmitglied
    FG Elektronik und Informatik
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  • Michael Pichler
    Quästor
    FG Elektronik und Informatik
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  • Oliver Schlösser
    Aktuar
    FG Elektronik und Informatik
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  • Oliver Schlösser
    1. Vizepräsident
    FG Elektronik und Informatik
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Präsident

Michael Giger
Dipl.Ing.FH/STV

+41 77 493 93 05
fael@swissengineering.ch

 

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Fachgruppe Elektronik und Informatik
8000 Zürich

16. FAEL Herbstseminar "Künstliche Intelligenz"

Mi. 03. November 2021, 17:15 Uhr
 

Künstliche Intelligenz ist kein neues Thema. Viele Strukturen von künstlichen neuronalen Netzen stammen aus den 80er Jahren. Interessanterweise wurde diese Phase rückwirkend als Renaissance bezeichnet, weil die erste Konferenz zum Thema "Artificial Intelligence" bereits 1956 stattfand. Das jetzige Aufflammen ist also sozusagen die dritte Welle. Ein entscheidender Meilenstein waren dabei die sog. "Convolutional Neural Networks" vor etwa 10 Jahren. Ausserdem erlauben grosse Netzwerke mit riesigen Datensätzen heutzutage ein sehr umfangreiches Training entsprechender Algorithmen. Dabei erstrecken sich die Einsatzgebiete auf eigentlich alle Wissenschaftbereiche. An unserem Herbstseminar werden ausgewiesene Experten die Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz aufzeigen.

Übersicht aller vergangenen Herbstseminare

Südkorea

Vom 15. bis 23. Oktober 2022 wird die „Swiss Engineering Fachgruppe Elektronik und Informatik“ Universitäten und Unternehmen sowie geschichtlich wesentliche Orte besuchen, welche einen Einblick in das Erfolgsmodell des Landes ermöglichen: Wie ist es diesem einstmals bitterarmen Agrarland gelungen, zur elft-grössten Wirtschaftsmacht der Welt aufzusteigen?

Die Reiseleitung erfolgt durch Theodor und Jutta Klossner. Die Fachliche Leitung liegt in den Händen von Prof. Dr. Patrick Ziltener, Universität Zürich. Prof Ziltener ist ein ausgesprochen anerkannter Asienkenner und vermittelt den Reiseteilnehmern interessantes Hintergrundwissen.

Reiseunterlagen und Anmeldung finden Sie unter www.studienreisen.tech.

Übersicht aller Studienreisen