FG Elektronik und Informatik (FAEL)

Die Fachgruppe Elektronik und Informatik (FAEL)
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angle-left Das Paket der Zukunft
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Das Paket der Zukunft

Das europäische Unternehmen LivingPackets hat in diesem Jahr die erste marktreife Generation eines intelligenten Lieferpakets vorgestellt: THE BOX. Das Paket steckt voller Elektronik, wird aus recyceltem Plastik hergestellt und kann mehrere hundert Male genutzt werden, bevor es gewartet werden muss. Aber hinter der Vision der Gründer steckt mehr.
THE BOX steckt voller Elektronik und wird aus recyceltem Material hergestellt

Autor: Niklas Leck, Mitgründer & Leiter Geschäftsentwicklung LivingPackets

In einem Werk in Nantes an der Westküste Frankreichs entsteht derzeit eine Produktionsanlage für eines der wohl ambitioniertesten Projekte des Versandhandels. Das Startup LivingPackets entwickelt an Standorten in Frankreich, Deutschland und der Schweiz seit vier Jahren ein Versandpaket, das nicht weniger als den Versand nachhaltig verändern soll – im wahrsten Sinne des Wortes.

Ein cleveres Kreislaufsystem

Im Zentrum der Entwicklung steht THE BOX, eine Versandbox aus geschäumten Polypropylen (EPP). EPP ist ein spezieller Plastik, der zu 98 Prozent aus Luft besteht und trotzdem sehr widerstandsfähig und formstabil ist. THE BOX steckt voller Sensoren, Elektronik, einem E-Ink-Display und einer Internetverbindung und soll damit zum Wegbereiter für ein Kreislaufsystem werden, das die Logistikbranche vom übermässigen Verbrauch von Ressourcen wegbringen kann.

Vor dem Hintergrund des schnellen Wachstums bei E-Commerce

Der globale E-Commerce wird in 2020 zum ersten Mal prognostiziert mehr als vier Billionen Franken umsetzen und wächst damit ein weiteres Jahr mehr als 20 Prozent, zusätzlich getrieben von der Corona-Pandemie. Es ist jedoch eine Branche, die durch das rasante Wachstum auf fast allen Ebenen mit Problemen zu kämpfen hat. Jedes Jahr werden mehrere hundert Millionen Bäume gefällt, um die circa 100 Milliarden Pappkartons zu produzieren, die für Online-Bestellungen benötigt werden. Mehrere Millionen Tonnen Plastikabfall, zum Beispiel aufgrund von Füllmaterial, landen in den Meeren des Planeten. Gleichzeitig sind viele Kunden unzufrieden mit ihrer Erfahrung: Bestellungen sind verspätet, gehen verloren, kommen beschädigt an, und in der Zwischenzeit ist niemandem so richtig klar, was genau passiert.

An diesem Punkt setzt LivingPackets an: «Wir bauen das Paket der Zukunft, um die Probleme zu lösen, die sich aus dem schnellen Wachstum des E-Commerce-Marktes ergeben», so das Gründerteam um Fabian Kliem und Alexander Cotte, CEO & CTO von Living-Packets.

Das Paket wird intelligent

Dafür hat das Unternehmen THE BOX mit zahlreichen Funktionen und Features ausgestattet: Integrierte Sensoren erfassen das Gewicht und zeichnen Stösse auf. Eine 4G-Internetverbindung ermöglicht den Zugriff auf alle Daten, um den sicheren Transport der Ware zu dokumentieren, dem Empfänger die volle Kontrolle über die Lieferung zu ermöglichen und die genaue Position zu zeigen. Auch die klimatischen Bedingungen im Inneren werden überwacht: Hierfür kommen zwei SHT3x Feuchte- und Temperatursensoren zum Einsatz. Ein eingebautes E-Ink-Display ermöglicht die bequeme Aktualisierung der Zieladresse – selbst wenn das Paket bereits verschickt wurde. Das Paket wird durch eine Lithium-Ionen-Batterie mit Energie versorgt, die unter anderem per USB-C wieder aufgela-den werden kann. Dank eines automatischen Haltemechanismus können Versender auf Füllmaterial verzichten und ein elektromagnetisches Schloss sichert das Paket vor unerlaubtem Öffnen.

Blockchain soll die Logistik transparent machen

Bei der Wahl der verwendeten Technologien setzt LivingPackets unter anderem auf die Blockchain-Technologie. Auf einer unveränderlichen und verteilten Datenbank soll THE BOX in der Zukunft als sogenanntes Hardware-Orakel Echtheitsbeweise zum Zustand der Lieferung ablegen. Orakel bilden die Brücke zwischen der digitalen und der «echten» Welt, online und offline, oder im Blockchain-Sprech auch on-chain und off-chain. Dies können Echtwelt-Daten zu beispielsweise Temperatur, Schock, Luftfeuchtigkeit und Position sein. Basierend auf Smart Contracts, in denen sich Sender und Empfänger auf gewisse Parameter zur Sendung einigen, können dann auch automatisiert Zahlungen oder Rückzahlungen ausgelöst werden.

Man kann sich das so vorstellen: Eine Klinik bestellt Impfstoff, der kühl gehalten und innerhalb von zwei Tagen eintreffen muss. Die Klinik hinterlegt einen Geldbetrag in digitaler Währung (das könnte beispielsweise ein digitalisierter Schweizer Franken sein) in einem Smart Contact. Erst beim durch THE BOX selbst bestätigten Eintreffen in der Klinik – dies über eine Kombination von Positionsdaten und Schnittstellen mit Logistikern – löst der Smart Contract die Zahlung des Geldbetrags an den Hersteller aus. Da sich die Parteien bei Spätlieferung im Smart Contract auf einen stufenweisen Rabatt geeinigt haben und die Lieferung einen Tag zu spät eintraf, wurden automatisch nur 75 Prozent der Zahlung ausgelöst.

Je öfter THE BOX verwendet wird, desto nachhaltiger wird sie

Jedes Paket kann mehrere hundert Mal wiederverwendet werden, bevor es aufgeladen oder aufbereitet wird, um dann abermals auf Reisen zu gehen. Je öfter THE BOX also verwendet wird, desto nachhaltiger wird das Teil. LivingPackets schätzt, dass jede THE BOX bei 1000 Nutzungen im Vergleich zu den benötigten Pappkartons auf etwa ein Viertel der CO²-Emissionen für die Herstellung kommt. Es sinkt aber nicht nur die CO²-Bilanz, sondern durch die immer wieder neue Nutzung von THE BOX ent- steht aus der derzeit oft linearen Logistik auch ein zirkuläres System – die Grundlage, um auch von einer «Einwegwirtschaft» zur Kreislaufwirtschaft zu kommen.

Die Idee dazu wurde 1990 vom britischen Wirtschaftswissenschaftler David W. Pearce entwickelt. Eine Kreislaufwirtschaft zielt darauf ab, Wachstum neu zu definieren und sich auf positive gesellschaftsweite Vorteile zu konzentrieren. Dazu gehört die allmähliche Entkopplung der Wirtschaftstätigkeit vom Verbrauch endlicher Ressourcen und die Ausgestaltung des Abfalls aus dem System heraus.

Den Zeitgeist getroffen

Zwar ist die Schweiz verglichen mit vielen anderen Ländern im Bereich Recycling und Wiederverwendung bereits jetzt recht weit. Der Weg zu einer umfassenden globalen Kreislaufwirtschaft ist aber noch lang: Laut dem «Circular Gap Report 2020», der den Anteil von Kreislaufsystemen in der Weltwirtschaft untersucht, ist der Anteil aufgrund der Corona-Krise von 2019 auf 2020 sogar gesunken – von 9 Prozent auf nur noch 8,6 Prozent. Die Entwicklung hin zu einem schonenden und nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Erde trifft allerdings den Zeitgeist: Eine aktuelle Trendstudie der Schweizer Post für den hiesigen Markt besagt, dass schon über die Hälfte der in Onlineshops angebotenen Produkte unter Berücksichtigung von Aspekten der Nachhaltigkeit hergestellt wird. Die Mehrheit der befragten Händler setzt bereits jetzt auf Recycling-Material für Verpackungen, denn aus Sicht der Anbieter hat das Bedürfnis der Verbraucher nach Informationen zur Herkunft von Produkten in den letzten Jahren stark zugenommen.

Markteinführung Anfang 2021

Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, bereitet LivingPackets nach mehreren erfolgreichen Pilotprojekten in Frankreich im vergangenen Jahr derzeit die Markteinführung für Anfang 2021 vor – mit ausgewählten Kunden in der Schweiz, Deutschland und Frankreich.

Nach vier Jahren Entwicklungszeit bildet nun die zweite Generation von THE BOX die Grundlage für den Markteintritt. Im Produktionszentrum in Nantes wird dafür noch im Dezember die Produktion anlaufen und dann in den kommenden Jahren auf mehrere Millionen Pakete pro Jahr gesteigert werden.

Vorstandsliste

  • Michael Giger
    e-Plattformverantwortlicher
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  • Michael Giger
    Präsident
    FG Elektronik und Informatik
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  • René Gisler
    Vorstandsmitglied
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  • Roland Grimmer
    Vorstandsmitglied
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  • Thomas Hauser
    Mitgliederverantwortlicher
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  • Theodor Klossner
    Vorstandsmitglied
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  • Heinz Mathis
    Vorstandsmitglied
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  • Michael Pichler
    Quästor
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  • Oliver Schlösser
    Aktuar
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  • Oliver Schlösser
    1. Vizepräsident
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Präsident

Michael Giger
Dipl.Ing.FH/STV

079 473 60 40
fael@swissengineering.ch

 

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Fachgruppe Elektronik und Informatik
8000 Zürich

16. FAEL Herbstseminar "Künstliche Intelligenz"

Mi. 03. November 2021, 17:15 Uhr
 

Künstliche Intelligenz ist kein neues Thema. Viele Strukturen von künstlichen neuronalen Netzen stammen aus den 80er Jahren. Interessanterweise wurde diese Phase rückwirkend als Renaissance bezeichnet, weil die erste Konferenz zum Thema "Artificial Intelligence" bereits 1956 stattfand. Das jetzige Aufflammen ist also sozusagen die dritte Welle. Ein entscheidender Meilenstein waren dabei die sog. "Convolutional Neural Networks" vor etwa 10 Jahren. Ausserdem erlauben grosse Netzwerke mit riesigen Datensätzen heutzutage ein sehr umfangreiches Training entsprechender Algorithmen. Dabei erstrecken sich die Einsatzgebiete auf eigentlich alle Wissenschaftbereiche. An unserem Herbstseminar werden ausgewiesene Experten die Chancen und Risiken der künstlichen Intelligenz aufzeigen.

Übersicht aller vergangenen Herbstseminare

Südkorea

Vom 15. bis 23. Oktober 2022 wird die „Swiss Engineering Fachgruppe Elektronik und Informatik“ Universitäten und Unternehmen sowie geschichtlich wesentliche Orte besuchen, welche einen Einblick in das Erfolgsmodell des Landes ermöglichen: Wie ist es diesem einstmals bitterarmen Agrarland gelungen, zur elft-grössten Wirtschaftsmacht der Welt aufzusteigen?

Die Reiseleitung erfolgt durch Theodor und Jutta Klossner. Die Fachliche Leitung liegt in den Händen von Prof. Dr. Patrick Ziltener, Universität Zürich. Prof Ziltener ist ein ausgesprochen anerkannter Asienkenner und vermittelt den Reiseteilnehmern interessantes Hintergrundwissen.

Reiseunterlagen und Anmeldung finden Sie unter www.studienreisen.tech.

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