Vernehmlassungsantwort

Stellungnahme von Swiss Engineering und der Fachgruppe Mobility zur Vereinfachung der Einführung von Tempo-30-Zonen und Spezialregelungen für Carpooling.

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…stärkt das Profil und das Image der technischen Berufe und unterstützt junge
    und erfahrene Ingenieur:innen und Architekt:innen in ihrer Laufbahn.

…fördert die Bildung dank dem weitreichenden Netzwerk, mit starker Stimme in 
    Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

…vernetzt die Ingenieur:innen und Architekt:innen und bietet technische und
    praktische Informationen und Austauschplattformen.

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angle-left Vernehmlassungsantwort zum Mobility Pricing
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Vernehmlassungsantwort zum Mobility Pricing

STZ, Oktober 2021 - Mobility Pricing ist ein geeignetes und wichtiges Instrument, um die Verkehrslast zeitlich zu beeinflussen und dadurch die Infrastruktur gleichmässiger auszulasten: Für mehr Kostenwahrheit im Individualverkehr und die Förderung des Umstiegs auf den ÖV und dem nachhaltigen Individualverkehr.

«Nur mit dem Einbezug sämtlicher Mobilitätsteilnehmenden und der dafür notwendigen Infrastruktur, kann der Personenverkehr in den Ballungszentren und die regionale Erreichbarkeit gemeistert werden », so Frank Zeugin, Präsident der Fachgruppe Mobility. Gemeinsam hat das Team der Fachgruppe Mobility und Swiss Engineering STV eine Vernehmlassungsantwort zum Bundesgesetz über Pilotprojekte zu Mobility Pricing verfasst.

Um was geht es beim Pilotprojekt Mobility Pricing?

Mobility Pricing soll mit einer fairen und kostendeckenden Bepreisung eine Lenkung der Mobilität herbeiführen, mit der Zielsetzung einer Entlastung der überfüllten Verkehrsachsen und der langfristigen Finanzierung für die Erhaltung und Erweiterung der Infrastruktur. Mobilität ist ein komplexes Thema mit weitaus mehr Abhängigkeiten als wir auf den ersten Blick erkennen können. So treffen unterschiedliche Interessen aus beispielsweise Wirtschaft, Service public, Ökologie oder gesellschaftlicher Entwicklung aufeinander. Ebenfalls trägt der stetige Wandel zu einem veränderten Mobilitätsverhalten bei. Die Lenkung der nachhaltigen – generationenübergreifenden – Ziele muss also mit Bedacht und in kleinen Schritten erfolgen. Es geht um die Veränderung des Verhaltens von Menschen und Institutionen! Das Mobility Pricing stellt ein tiefgreifender Paradigmenwechsel im bisher bekannten Bepreisungssystem dar. Mit den geplanten Pilotprojekten soll nun versucht werden, mögliche Massnahmen auf positive oder negative Auswirkungen zu testen und auszuwerten.

Die Fachgruppe Mobilität setzt sich aus Fachexperten aus ÖV, E-Mobilität, Individualverkehr und weiteren Gebieten zusammen. Die Schnittstellen zu allen Verkehrsteilnehmenden, folglich zu der dazu notwendigen Infrastruktur (z. B. Strassen, Bahnhöfe, Ladestationen) macht dieses Themengebiet hoch spannend. Werden auch Sie Teil dieser Fachgruppe und tragen Sie zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung bei.
Weitere Informationen zur Fachgruppe Mobility 
Weitere Informationen zur Stellungnahme

Genau hier setzt der vorgelegte Gesetzesentwurf des Bundesrates an. Mit einer gesetzlichen Grundlage sollen in einem geordneten Rahmen zeitlich begrenzte Versuche (Pilotprojekte) durchgeführt werden, um die Auswirkungen möglicher Lenkungsmassnahmen auf die Gesellschaft besser zu verstehen und abzuschätzen. Die Forschungsergebnisse helfen den Experten, die erfolgversprechendsten Massnahmen für einen allgemeinen Gesetzesentwurf zu entwickeln, welcher dann dem Parlament und Volk vorgelegt werden kann. Ziel ist die Interessensabdeckung sämtlicher Mobilitätsbeteiligten.

In der Stellungnahme weist Swiss Engineering STV darauf hin, dass aus dem Gesetzesentwurf die Vergleichbarkeit der einzelnen bewilligten Pilotprojekte zur wissenschaftlichen Auswertung auf die Gesamtheit noch nicht genügend klar hervorgeht. «Dieser Aspekt muss aus Sicht des Berufsverbandes gewährleistet sein», so Alexander Jäger, Generalsekretär von Swiss Engineering STV. Mobility Pricing ist eine Möglichkeit, eine über alle Verkehrsteilnehmenden transparente und kostendeckende Lenkung zu erreichen. Das System ist sehr komplex und die Wirkung und das Ausmass der Auswirkungen noch teilweise unklar. So sind Pilotprojekte ein notwendiges und geeignetes Mittel, weitere Erkenntnisse zu gewinnen, ehe allgemeine Regelungen eingeführt werden. Swiss Engineering unterstützt das stufenweise Vorgehen und den gesamtheitlichen Ansatz, alle Mobilitätsteilnehmenden gleichermassen in diesen Prozess miteinzubeziehen.

Autor: Swiss Engineering STV UTS ATS, Fachgruppe Mobility
Artikel aus der STZ: Ausgabe Oktober 2021

 

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Die polytechnische Fachzeitschrift SWISS ENGINEERING STZ und das französischsprachige Pendant SWISS ENGINEERING RTS erscheinen zehn Mal jährlich. Das Magazin berichtet über Entwicklungen in der Branche, zeigt Trends auf und gibt Einblick in die Aktivitäten des Berufsverbands. Mitglieder erhalten die Fachzeitschrift samt Spezialausgaben Bau & Architektur, Automation, Energie, Maschinen und Bahntechnik in der Schweiz kostenlos nach Hause geliefert.
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