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angle-left Tage der Technik: 2020 a.d.: Industrie im Wandel?
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Tage der Technik: 2020 a.d.: Industrie im Wandel?

Die erstmals virtuell durchgeführten «Tage der Technik» fokussierten am 23.09.2020 die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Industrie, Politik und Gesellschaft seit COVID-19. Prof. Dr. Marcel Tanner erläuterte, warum der Einbezug der verschiedenen Bereiche so enorm wichtig ist und welches Konzept die Swiss National COVID-19 Task Force verfolgt. Schon bald kommt eine transparente Maske auf den Markt, welche den erforderlichen Schutzmassnahmen genügt und die sozialen wie ökonomischen Bedürfnisse berücksichtigt. Weitere Referenten aus der Forschung und Industrie zeigten Anzeichen eines Wandels der Schweizer Industrie auf: Eine Chance für den Wirtschaftsstandort Schweiz?

Was viele nicht wissen: Die Textil- und Bekleidungsindustrie Schweiz hat sich in den letzten Jahrzehnten stark in einen global integrierten Werkplatz gewandelt. Dabei produziert die Schweizerische Textilindustrie technische Textilien für die Sektoren Automobil, Filtration, für den medizinischen Nischen-Markt, die Baubranche sowie beispielsweise die Raumfahrt. In der Zusammenarbeit mit über 50 Firmen aus der Textil- und Textilmaschinenindustrie hat Prof. Dr. René Rossi während seiner Tätigkeit in der Science Task Force sehr gute Erfahrungen gemacht. Es habe sich gezeigt, dass die KMU’s dank ihrer Struktur auf neue Herausforderungen flexibel und sehr schnell reagieren können. «Bis anhin waren die zwei Maskentypen FFP und die Chirurgenmaske bekannt», führt der Empa-Forscher René Rossi aus. «Heute gibt es die sogenannte Community-Maske, die den durch die Task Force entwickelten Qualitätskriterien entspricht: Filtrationseffizienz von mindestens 70%, Spritzschutz, Luftdurchlässigkeit, Luftwiderstand und Komfortfähigkeit sind die wichtigsten Kriterien, welche in Anlehnung an die Chirurgenmaske eine Community-Maske erfüllen muss.»

Am Beispiel der durchsichtigen Maske wurde verdeutlicht, wie die Experten der Swiss National COVID-19 Science Task Force untereinander und mit der Forschung, Entwicklung und der Industrie zusammenarbeiten. Auf die Wichtigkeit der Sichtbarkeit des menschlichen Ausdrucks habe die Expertengruppe «Public Health» hingewiesen: «Sie ist nicht nur im Schulbereich und in Altersheimen oder dem Gastrogewerbe wichtig, sondern hat einen entscheidenden Einfluss auf den täglichen Umgang untereinander, um längerfristig in eine sogenannte neue Normalität zu gehen», so Prof. Dr. Marcel Tanner, Leiter der Expertengruppe Public health.

 

 

 

 

Brücken zwischen der Wissenschaft, Politik und Gesellschaft

Marcel Tanner, Präsident der Akademien der Wissenschaften Schweiz, gewährte den rund 100 Gästen der virtuellen Tage der Technik einen Einblick in die Arbeit der Swiss National COVID-19 Science Task Force und beantwortete die Frage, wie Brücken zwischen der Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gebaut werden.

Die Wissenschaftliche Task Force wurde kurz nach dem Lockdown gegründet. Zu den wichtigsten Aufgaben der Task Force gehören das Beobachten und Interpretieren des Verlaufs von COVID-19 sowie die Beratung von Politik und Behörden, auch über entsprechenden Massnahmen und Spezialmassnahmen im Bereich der Innovationsförderung. Ziel der Innovationsförderung sei es, Schweizer Wissenschafts-Know-how zu nutzen, um möglichst rasch Produkte oder Dienstleistungen zur Bekämpfung von COVID-19 anzubieten.

Mit den Worten «die Vergangenheit liegt vor uns» erinnerte der emeritierte Professor für Epidemiologie und medizinische Parasitologie an die vor über 150 Jahren erkannte erste Massnahme des Händewaschens, die heute immer noch Gültigkeit hat. Grosse Fortschritte hätten bei den sogenannten vernachlässigten Erkrankungen erzielt werden können. - Vernachlässigte Krankheiten sind tropische Krankheiten wie beispielsweise die in ärmeren Ländern vorkommende Afrikanische Schlafkrankheit. - Dabei wurden Forschung und Entwicklung vorangetrieben, wie heute. Entscheidend sei der Prozess von der Innovation bis zum Einsatz im Markt. Gerade in Notsituationen sei es wichtig, bei der Entwicklung einer Idee bereits von Beginn weg vor Augen zu führen, wie die Menschen erreicht würden und die Innovation umsetzbar wäre.

Die Schweiz verfolge die Strategie des TTIQ (Testing, Tracing, Isolation, Quarantäne). Dabei soll schnell entdeckt werden, wo die Übertragung stattfindet, um entsprechend spezifisch interagieren zu können. Sei es im Altersheim, im Sportclub oder in einem Produktionsbetrieb. Damit nicht mehr ganze Landesteile abgeschaltet werden müssen, so Marcel Tanner.

Neben den Zahlen zur Arbeitslosigkeit oder der Kurzarbeit seien die sozialen und ökonomischen Dimensionen aus wissenschaftlicher Betrachtung wichtig: Homeoffice beispielsweise sei gut, wenn ein schönes ruhiges Büro zur Verfügung stehe, jedoch weniger, wenn sechs Familienmitglieder in einer Zwei-Zimmerwohnung, zusätzlich noch Homeschooling durchführen müssten.

 

Digitalisierung von Qualitätsprozessen

Über das angeordnete Homeoffice und die Auswirkungen der Pandemie auf gut funktionierende, institutionalisierte Prozesse für Qualitätsprüfungen im In- und Ausland berichtete Reto Zubler, Generatorspezialist, bei General Electronics als Supplier Quality Engineer tätig. Online-Meetings seien schon vor COVID-19 genutzt worden. «Für Qualitäts-Abnahmen von zertifizierten Anlagen hingegen mussten erst die Bewilligungen für Filmaufnahmen eingeholt und externe Filmagenturen beauftragt werden», so Reto Zubler. Neben der Herausforderung des stundenlangen Ausharrens am Bildschirm gäbe es aufgrund abgeschirmter elektrischer Felder in bestimmten Bereichen oft Unterbrechungen des Signals. Laut Reto Zubler würden Prozess-Audits auch künftig eine Vor-Ort-Präsenz erfordern. Dies aus Akzeptanzgründen seitens der Kunden, den informellen Informationen sowie dem Eindruck in der Zusammenarbeit, den ein Auditor nur vor Ort gewinnen könne. Reto Zubler ist sich aber sicher, dass die digitalen Medien im Qualitätsbereich vermehrt zur Anwendung kommen werden. Mit einer Online-Abnahme würden 50% der Zeit und sämtliche Reisekosten eingespart, das Homeoffice trage zu mehr Effizienz und einer höheren Präsenz bei.

 

Agilität eines Werkzeugmaschinenbauers

Wenn wir die Entwicklung des Schweizer Frankens zum Euro und zum Dollar der letzten 20 Jahre und die Wertverminderung einer Maschine von 45% betrachten wird klar: Die Werkzeugmaschinen-Bauer sind stets gefordert. René Stössel, CEO von posalux S.A. erklärt warum es wichtig ist, die «Todes-Zone» der Innovation schnell hinter sich zu bringen. Es ginge darum, Projekte zu stoppen, welche keine Chance haben, in realistischer Zeit auf den Markt gebracht zu werden. Innovation und die Kosten im Griff zu haben, seien die wichtigen Punkte. Die Veränderung von Märkten sieht René Stössel als eine Herausforderung und führte das Werkzeugmaschinenbau-Unternehmen zum Marktführer in Nischenmärkten. Das weltweit tätige Unternehmen mit Hauptsitz in Biel bezieht das Material zu 70% in der Schweiz. 95% des Absatzes fallen auf den Export, wodurch der Maschinenbauer einem globalen Markt ausgesetzt ist, mit Einfluss des Wechselkurses auf die Umsätze. Der Erfolg der Marktführerschaft gelang dem Wirtschaftsinformatiker René Stössel nicht nur dank der überlebensnotwendigen Kompetenz und dem richtigen Team, sondern einer schnellen Reaktion auf die Ereignisse, entsprechender Massnahmen wie Kostensenkung und der Nähe zum Markt. Dabei ist auch hier die gute Zusammenarbeit, der Einbezug der Kunden und die Berücksichtigung von deren Bedürfnissen wichtig.

 

Industrie im Wandel? Eine Chance für den Wirtschaftsstandort Schweiz?

«Die Erfahrungen aus COVID-19 haben deutlich gemacht, dass die Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft und Gesellschaft oder der Industrie wichtig und absolut notwendig ist. Die Präsentationen am «Tage der Technik» 2020 haben gezeigt, dass wir in Bezug auf diese Zusammenarbeit in der Schweiz auf einem guten Weg sind. An den Beispielen der Textilindustrie, Posalux und GE Power können wir auch von einem beträchtlichen Innovationspotential und Innovationswillen in der Schweizer Industrie ausgehen. Einer der wichtigsten Antriebsfaktoren für uns, die Ingenieurinnen, Ingenieure, Architektinnen und Architekten, die mittendrin sind.», so das Fazit von dem virtuellen Tag der Technik durch Carlos D. Ochoa, Zentralvorstandsmitglied von Swiss Engineering STV. Im nächsten Jahr starten die «Tage der Technik» am 23. September 2021, voraussichtlich vor Ort, bei Empa in Dübendorf.

 

Uschi Roth, 29.09.2020

 

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