Vernehmlassungsantwort

Stellungnahme von Swiss Engineering und der Fachgruppe Mobility zur Vereinfachung der Einführung von Tempo-30-Zonen und Spezialregelungen für Carpooling.

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Swiss Engineering – Ihr Berufsverband

Swiss Engineering stärkt, fördert und vernetzt


Swiss Engineering STV ist der bedeutendste Berufsverband der Ingenieur:innen
und Architekt:innen der Schweiz, mit über 11‘000 Mitgliedern aller Fachrichtungen,
Branchen, Tätigkeitsbereichen und Führungsstufen. 

Swiss Engineering...

…stärkt das Profil und das Image der technischen Berufe und unterstützt junge
    und erfahrene Ingenieur:innen und Architekt:innen in ihrer Laufbahn.

…fördert die Bildung dank dem weitreichenden Netzwerk, mit starker Stimme in 
    Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

…vernetzt die Ingenieur:innen und Architekt:innen und bietet technische und
    praktische Informationen und Austauschplattformen.

Wer ist Swiss Engineering?

Zentralpräsident Giovanni Crupi:

 

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Am Engineers' Day vom 4. März finden einige Swiss Engineering Veranstaltungen statt. 

 

Engineers'Day

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angle-left Energie, das Lebenselixier einer modernen Gesellschaft
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Energie, das Lebenselixier einer modernen Gesellschaft

STZ, Januar/Februar 2023 - Der Energie- und Wasserversorger in Bern (ewb) deckt heute 80-85 Prozent der Fernwärme mit erneuerbarer Energie ab. Trotzdem liegt die grösste Herausforderung in der Umsetzung des Energierichtplans 2035. Roland Hediger, Leiter Energieproduktion der ewb im Gespräch mit der Fachgruppe Sicherheitstechnik Swiss Engineering.

Mit Kehricht und regionalem Holz hat die Energiezentrale Forsthaus (EFZ) vorgezeigt, wie nachhaltige Energie erzeugt werden kann. Heute sind dies 80-85 Prozent für die Fernwärme. Das Ziel des Energierichtplans für die gesamte Stadt Bern sieht mindestens 70 Prozent für die Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energieträgern vor, für die Stromversorgung sind 80 Prozent gefordert.

Warum stellt der Energierichtplan eine grosse Herausforderung dar?

Durch den geplanten Ausbau des Fernwärmenetzes wird die Leistung und auch der Energieabsatz quasi verdoppelt. Der geforderte Anteil an erneuerbarer Energie von mindestens 70 Prozent bleibt. Das heisst, um die Vorgabe des Energierichtplans für die Stadt Bern zu erreichen, sollte der Anteil erneuerbarer Energie in der Fernwärme so hoch wie möglich sein. So benötigen wir eine deutliche Zunahme der Produktion an erneuerbarer Energie. Hierfür haben wir Projekte angestossen, wie beispielsweise Wärmerückgewinnungslagen, Geospeicher und dem Bau zusätzlicher Holzheizkraftwerke. Weitere Technologien wie solarthermische Kraftwerke, Geothermie und Luft (Luft-Wärmepumpenkraftwerke) sind in Prüfung.

Was erreichen Sie mit diesen Projekten?

Mit den Wärmerückgewinnungsanlagen aus der Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) und dem Holzheizkraftwerk (HHKW) können wir rund 8 Megawatt Abwärme aus den Verlusten der Kamine der KVA oder dem HHKW gewinnen. Diese Wärme kann im Winter direkt für die Fernwärme genutzt werden. Die im Sommer überschüssige Wärme (etwa 16 Gigawattstunden) wird gespeichert und in den Winter verschoben. Dabei wird die Abwärme mittels eines Wasserkreislaufes in einer Tiefenlage von 200-500 Metern im Sandstein gespeichert. Im Winter wird dem Geospeicher die Wärme wieder entnommen und gelangt über das Fernwärmenetz in die Haushalte.

Wie hoch ist der Anteil an Strom und Wärme aus der EZF für die Stadt Bern?

Je nach Einsatz der Gasturbine – neben der Kehrichtverbrennung und dem Holzheizkraftwerk – können bis zu 35 Prozent des städtischen Strombedarfs aus der EFZ gedeckt werden. Bei der Wärme sind es momentan zirka 15 Prozent. Die Gasturbine, beziehungsweise das Gas- und Dampfkombikraftwerk (GuD), stellt Strom und Dampf zur zusätzlichen Stromerzeugung via Dampfturbine oder zur Wärmeauskopplung für die Fernwärme her. Bei der Verbrennung von Kehricht und Holzschnitzel wird ebenfalls Dampf produziert. Dieser wird auch über Dampfturbinen geführt und einerseits Strom erzeugt, andererseits via Wärmetauscher das Rücklaufwasser der Fernwärme aufheizt. Die Gasturbine wird nur je nach Strom- und Gasmarktpreisen eingesetzt, da sie primär zur Stromproduktion vorgesehen ist. Wenn benötigt, aber auch zur Sicherstellung der Wärmeversorgung. Die Betriebsstunden dieser Maschine und damit auch die Produktion ist stark vom Markt abhängig.

Was macht die Energiezentrale Forsthaus zur Schweizer Pionieranlage?

Die Kombination der Kehrichtverwertungsanlage, dem Holzheizkraftwerk und einem Gas- und Dampf-Kombikraftwerk sozusagen unter einem Dach ist einmalig und macht den Betrieb der Anlage sehr flexibel.

 

Zur Person

Roland Hediger, Leiter Energieproduktion bei Energie Wasser Bern ist zuständig für den Betrieb und den Unterhalt aller ewb-eigenen Energieproduktionsanlagen. Zuvor war der Maschineningenieur über 13 Jahre für die Kehrichtverwertung und Fernwärmeversorgung der Stadt Bern verantwortlich. Erfahrungen in Gasturbinen und Turbokompressoren machte er bei der Sulzer in Winterthur.

 

Autorin: Uschi Roth im Interview mit Roland Hediger
Bildquellen: ewb, Roland Hediger
Artikel aus der STZ: Ausgabe Januar/Februar 2023

 

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Die polytechnische Fachzeitschrift SWISS ENGINEERING STZ und das französischsprachige Pendant SWISS ENGINEERING RTS erscheinen zehn Mal jährlich. Das Magazin berichtet über Entwicklungen in der Branche, zeigt Trends auf und gibt Einblick in die Aktivitäten des Berufsverbands. Mitglieder erhalten die Fachzeitschrift samt Spezialausgaben Bau & Architektur, Automation, Energie, Maschinen und Bahntechnik in der Schweiz kostenlos nach Hause geliefert.
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