Swiss Engineering: vertritt die Interessen der Ingenieur/-innen und Architekt/-innen

Als grösster Fachverband der Schweiz setzen wir uns für Sie ein und engagieren uns in Projekten, Netzwerken und politischen Prozessen. Wir geben Ihnen eine Stimme und machen uns stark für Ihre Anliegen, sei es mit politischen Stellungnahmen oder durch die Vertretung in Gremien.

Haben Sie ein Netzwerk, das Sie trägt?

Als Mitglied von Swiss Engineering sind Sie Teil eines Netzwerks von rund 13 000 Ingenieuren sowie Architekten.

Wollen Sie sich mit Spezialisten aus Ihrem Fachgebiet austauschen?

In den meist überregional oder national ausgerichteten 27 Fachgruppen schliessen sich Ingenieure und Architekten aus demselben Berufsfeld zusammen.

Wollen Sie sich aktiv engagieren?

Als Mitglied in Kommissionen oder im Vorstand können Sie aktiv im Verband mitwirken und die Zukunft von Swiss Engineering mitgestalten.

Neues Verfahren für
Batterie-Recycling

Wie Elektrofahrzeug-Hersteller Kyburz dank Pionierarbeit von Olivier Groux zu einer innovativen Akku-Recycling-Anlage kam.

Erfahren Sie mehr

 

Swiss Engineering Award 2020

Auch dieses Jahr wird der Swiss Engineering Award wieder für diverse exzellente Diplomarbeiten vergeben.

Erfahren Sie mehr im Mitgliederbereich

5G-Ausbau:
Das leere Netz

STZ, Oktober 2020 - Was fehlt, um die neuen 5G-Netze mit Daten zu füllen und der Technologie zu Glaubwürdigkeit zu verhelfen?

Antworten hier im Artikel

 

Salärstudie 2020: Aktuelle Trends

Wieviel verdienen IngenieurInnen und Architekt-Innen, welche Arbeitszeitmodelle überwiegen?

Erfahren Sie mehr

Positionspapier Klimawandel

Zeit zu handeln, mit Ingenieursinnovationen
 

Zur Medienmitteilung | Zum Positionspapier | Zu den Innovationslösungen

COVID-19 Informationen

Hier finden Sie wichtige Infos und Links zu aktuellen Massnahmen betreffend COVID-19:

Allgemeine Infos | Infos für Mitglieder

Interessiert ? Mitglied werden

angle-left Die Geister in der Maschine
zurück zur Übersicht

Die Geister in der Maschine

STZ, April 2020 - Embedded Systems - eingebettete Computersysteme in Autos, Smartphones, Industrieanlagen oder Energienetzen erleichtern uns das Leben. Viele von ihnen sind als sogennante Cyber-Physical Systems über das Internet der Dinge vernetzt. Eine Herausforderung dabei ist die IT-Sicherheit.

Sie sind unsichtbar und doch allgegenwärtig: Wenn wir mit dem Auto zur Arbeit fahren. Wenn wir mit unserem Smartphone ein Foto machen. Wenn wir unseren Einkauf mit der Kreditkarte bezahlen. Oder wenn wir mit unserem Fitness-Tracker am Handgelenk unterwegs sind. Tagtäglich nutzen wir kleine, weitgehend eigenständig arbeitende Computersysteme, die in andere – grössere und komplexere – Systeme eingebaut sind:  Embedded Systems.

In fast allen modernen Geräten verrichten die unsichtbaren, auf bestimmte Aufgaben spezialisierten Helfer ihren Dienst. Würden Sie Ihr Auto zerlegen, Sie würden Dutzende der kleinen Computer darin finden: Als «Geist in der Maschine» navigieren sie, steuern sie Airbags, Tempomat, Servolenkung und vieles mehr. Mindestens ebenso verbreitet, wie im Consumer-Bereich sind Embedded Systems in der Industrie. Dort steuern sie Maschinen und Prozesse, verfolgen Container auf ihrem Weg über den Ozean oder überwachen Energienetze.

«IoT-Plattformen können dem Geschäft einen mächtigen
Schub verleihen. Doch um von den Vorteilen zu profitieren,
müssen Unternehmen beträchtlichen Aufwand treiben»

Grigory Sizov, Kaspersky

Marktforscher sehen die eingebetteten Systeme auf Wachstumskurs: Insight Partners rechnen bis 2027 mit einem jährlichen Wachstum von 8,7 Prozent. Bei Transparency Market Research (TMR) schätzt man das Wachstum auf 6,4 Prozent. Dass solche Prognosen allerdings mit Vorsicht zu geniessen sind, zeigen die Zahlen, die beide Unternehmen für das globale Marktvolumen nennen: Während Insight den Weltmarkt für eingebettete Systeme 2027 auf 67 Milliarden Dollar taxiert, beziffert TMR den gleichen Markt im gleichen Jahr mit 338 Milliarden Dollar.

Bis zu 100 Embedded Systems in einem Auto

VorschauImmerhin, einig sind sich die Marktforscher darüber, dass Automobile zumindest bisher der grösste Teilmarkt für die eingebetteten Systeme sind. Dies sei auf die Zunahme der elektronischen Komponenten in den Fahrzeugen zurückzuführen. Derzeit enthält ein modernes Fahrzeug zwischen 25 und 100 elektronische Steuergeräte. Im Auto kümmern sich diese Systeme um fast alles: Sie steuern den Antriebsstrang und die Sicherheitssysteme, sie übernehmen die Navigation und sie sorgen für Unterhaltung. Das Aufkommen zumindest teilweise autonomer Fahrzeuge dürfte dazu führen, dass die Zahl der Embedded Systems im Auto weiterwachsen wird. Weitere wichtige Anwendungsbereiche für eingebettete Systeme sind die Unterhaltungselektronik, die Verteidigung sowie die Luft- und Raumfahrt. Insbesondere die Unterhaltungselektronikindustrie hat nach Einschätzung der Marktforscher massiv an Zugkraft gewonnen, da die Verbraucher immer mehr Geld für Geräte wie Smartphones, Laptops und Tablets ausgeben. Die Einführung intelligenter Elektronikgeräte als Teil von Smart-Home-Set-ups trägt ebenfalls zum Wachstum bei.

Zu den weltweit grössten Anbietern auf dem Markt für die eingebetteten Computersysteme gehören unter anderem Advantech, Arms Holdings, Fujitsu, IBM, Intel, Microchip Technology, STMicroelectronics, Qualcomm Technologies, Renesas Electronics und Texas Instruments. Längst sind die eingebetteten Systeme eine eigene Disziplin innerhalb des Elektronik-Engineerings, und die technisch orientierten Schweizer Hochschulen bieten entsprechende Studiengänge, Vertiefungen und Weiterbildungen für Elektroingenieure und Informatiker an.

25 Milliarden IoT-Devices in fünf Jahren

Viele der eingebetteten Systeme sind sogenannte Cyber-Physical Systems. Das heisst, sie sind über das Internet der Dinge (IoT) in irgendeiner Form vernetzt. Ein vertrautes Beispiel dafür aus dem Alltag sind Navigationssysteme, die gleichzeitig die Positionsdaten ihrer Nutzer – hoffentlich anonym – übermitteln. Aus diesen Daten können dann Verkehrsinformationen, Staukarten und Umleitungsempfehlungen errechnet und den Anwendern zur Verfügung gestellt werden.

Auch das Internet der Dinge (IoT) ist längst essenzieller Bestandteil unseres Alltags und unserer Wirtschaft. Laut einer aktuellen  Studie von Kaspersky nutzten im Jahr 2019 weltweit 61 Prozent der befragten Unternehmen IoT-Plattformen für ihre Produktion. Neben Kostensenkung und neuen Einkommensquellen ermöglicht das Internet der Dinge eine höhere Produktionseffizienz.  Aktuelle Prognosen besagen, dass im Jahr 2025 im IoT etwa 25 Milliarden  Geräte vernetzt sein werden.

«Die Sicherheitsfrage muss auch im IoT-Umfeld
beantwortet werden. Es geht anderen hier um die Sicherheit
des Equipments,um technische wie organisatorische
Schutzmassnahmen und um Datenschutz»

Grigory Sizov, Kaspersky

 

Allerdings hat die allumfassende und allgegenwärtige Vernetzung der cyber-physischen Systeme auch ihre Schattenseite:  die Sicherheit. Mehr als jede vierte der vom russischen IT-Sicherheitsunternehmen  Kaspersky befragten Firmen beklagte im  vergangenen Jahr einen Sicherheitsvorfall  im Zusammenhang mit der Nutzung von IoT-Plattformen. Kaspersky-Experten haben 105 Millionen Attacken auf IoT-Geräte allein für das erste Halbjahr 2019 identifiziert. Das Schadenspotenzial solcher Attacken ist  beträchtlich. Das wird unmittelbar klar, wenn man sich vor Augen führt, dass ver-netzte eingebettete Systeme auch bei kritischer Infrastruktur wie Energieversorgung oder Verkehrssteuerung eingesetzt werden. Und zu den Terabytes von Daten, die  IoT-Geräte ins Internet der Dinge übertragen, gehören oftmals auch kritische  Geschäftszahlen oder Kundendaten.

Fünf Tipps für den sicheren IoT-Einsatz im Unternehmen
Kapersky empfiehlt Unternehmen, für eine sichere und erfolgreiche IoT-Nutzung die folgenden Punkte zu beachten:
1. Vor dem Einsatz von vernetzten Geräten muss deren Sicherheit evaluiert werden. Haben die Geräte Sicherheitszertifikate? Ist der Hersteller bekannt für sein Augenmerk auf Informationssicherheit?
2. Das für die IT-Sicherheit verantwortliche Team sollte über aktuelle Threat Intelligence verfügen. Sicherheitsaudits müssen regelmässig durchgeführt werden.
3. Eine geeignete und rasche Vorfallreaktion setzt voraus, dass Verfahren eingeführt wurden, über die das Wissen über wesentliche Sicherheitslücken in Software und in Anwendungen sowie zu verfügbaren Updates stets vorhanden ist.
4. Cybersicherheitslösungen einsetzen, die den Netzverkehr analysieren und mögliche Angriffe auf IoT-Geräte erkennen und verhindern können. Die Erkenntnisse können dann in das komplette Netzwerksicherheitssystem des Unternehmens einfliessen.
5. Zum Einsatz sollten nur IoT-Geräte kommen, die speziell auf Sicherheit ausgelegt sind.

Mehr Sicherheit mit Blockchain und KI

«IoT-Plattformen können dem eigenen  Geschäft einen mächtigen Schub verleihen. Doch um von den Vorteilen zu profitieren, müssen Unternehmen einen beträchtlichen Aufwand treiben. Die effektive Anwendung des Internets der Dinge setzt ganz bestimmte Geschäftsprozesse und eine entsprechende Expertise voraus», sagt Grigory Sizov, Leiter der Business Unit KasperskyOS. «Unsere Studie zeigt, dass die Sicherheitsfrage auch im IoT-Umfeld beantwortet werden muss. Neben anderen Faktoren geht es hier um die Sicherheit des Equipments, um technische wie organisatorische Schutzmassnahmen, und um Datenschutz.»

«Im Jahr 2020 werden wir im Bereich des Industrial
Internet of Things vermehrt dezentrale Systeme sehen,
bei denen die Vorteile von Technologien wie Distributed
Ledger und künstlicher Intelligenz genutzt werden»

Richard Soley, Industrial Internet Consortium

 

Fertigung eines Karrosseriesteurungscomputers bei Continental im deutschen Regensburg: In einem modernen Auto stecken Dutzende von eingebetteten Systemen.Auch im Internet der Dinge rüstet man  deshalb auf in Sachen Cyber-Sicherheit:  «Im Jahr 2020 werden wir im Bereich des Industrial Internet of Things vermehrt dezentrale Systeme sehen, bei denen die Vorteile von Technologien wie Distributed Ledger und künstlicher Intelligenz genutzt werden», sagt zum Beispiel Richard Soley, Executive Director der Non-Profit-Organisation  «Industrial Internet Consortium», die es sich zum Ziel gesetzt hat, das Internet der Dinge vorwärtszubringen.

Bild: Fertigung eines Karrosseriesteurungscomputers bei Continental im deutschen Regensburg: In modernen Autos stecken Dutzende von eingebetteten Systemen.

 

Autor: Hendrik Thielemann
Bildquellen: Istockphoto, Continental
Artikel aus der STZ: Ausgabe April 2020

Spannende Angebote!