Avez-vous un réseau qui vous porte ?

En tant que membre de Swiss Engineering, vous faites partie d’un réseau actif de quelque 12 000 ingénieurs et architectes.

Souhaitez-vous échanger avec des professionnels de votre branche ?

Généralement organisés de manière interrégionale ou nationale, les 27 groupements professionnels de Swiss Engineering réunissent des architectes et des ingénieurs d’une même discipline.

S’engager activement ?

En tant que membre de commissions ou du comité, vous pouvez participer activement à l’association et façonner l’avenir de Swiss Engineering.

Swiss Engineering – Votre association professionnelle

Swiss Engineering renforce, valorise et met en réseau


Swiss Engineering UTS est la plus importante association professionnelle d'ingénieur-e-s et d'architectes de Suisse. Elle compte plus de 11'000 membres de toutes les disciplines, branches, domaines d'activité et niveaux de management.

Swiss Engineering...

...renforce le profil et l'image des professions techniques et soutient les jeunes et les 
 ingénieur-e-s et architectes expérimentés dans leur carrière.

… valorise la formation grâce à son vaste réseau, avec une voix forte dans 
l'économie, la politique et la société.

… met en réseau les ingénieur-e-s et les architectes et propose des informations techniques et pratiques ainsi que des plateformes d'échange.

Intéressé-e ? Devenir membre

angle-left Die postfossile Mobilität – eine technische Einordnung
zurück zur Übersicht

Die postfossile Mobilität – eine technische Einordnung

STZ, Juli/August 2022 - Der Mobilitätsdemonstrator «move» an der Empa in Dübendorf kann mit realen Anlagen Möglichkeiten aufzeigen, wie die Versorgung der Fahrzeuge ohne fossile Energie zu gestalten ist. Christian Bach, Automobilingenieur, ETH-Dozent und Leiter der Empa-Abteilung Fahrzeugantriebssysteme, referiert an den Tagen der Technik zu diesem Thema und gibt der Verbandsredaktion einen Einblick in die Forschung der Empa gegen den Klimawandel.

Christian Bach, in welche Richtung forscht Empa im Bereich der klimafreundlichen Mobilität?

Wir arbeiten an drei Technologiepfaden: Elektromobilität, Wasserstoffmobilität und synthetische Treibstoffe. Diese haben unterschiedliche energetische, betriebliche und wirtschaftliche Vor- und Nachteile, bieten aber insgesamt die Möglichkeit, fossile Energie in der Mobilität komplett zu ersetzen. Die Untersuchungen machen wir nicht nur in Form von Studien, sondern auch durch Aufbau und Betrieb entsprechender Anlagen in unserem Mobilitätsdemonstrator "move". "move" besteht aus einem Gebäude mit realen Anlagen für die energetische Versorgung fossil-frei betriebener Fahrzeuge. Dazu zählen Photovoltaikanlagen (PV), ein Strompufferspeicher und eine Elektroladesäule, eine Wasserstofferzeugungs-, -verdichtungs-, -speicher- und Betankungsanlage sowie ein Reaktor für die Herstellung von synthetischem Methangas aus atmosphärischer CO2-Versorgung und eine Methangasfahrzeug-Betankungsanlage.

Was ist das Spezielle am "move"?

Eine erste "move"-Spezialität ist, dass wir die Mobilität in einem energie-systemischen Zusammenhang betrachten. In einem regenerativen Energiesystem mit fluktuierendem und saisonal schwankendem Stromerzeugungsprofil nimmt beispielsweise die Relevanz von Wirkungsgraden ab und die Bedeutung anderer Faktoren wie die Flexibilität beim Energiebezug, die Speicherfähigkeit oder die Infrastrukturen nehmen zu. Eine zweite Spezialität ist, dass neue Technologien bereits im Prototypstadium in einem 1:1-Umfeld erprobt werden können. Die Zusammenarbeit mit der Industrie ist uns dabei wichtig, denn es muss ja nicht "nur" unser CO2-Problem – also das der Schweiz –, sondern das der ganzen Welt gelöst werden. Dies ist aber auch eine wirtschaftliche Chance für die hiesige Industrie.

Wie sehen Sie die Mobilität der Zukunft?

Wir rechnen mit einem Mix aus den oben genannten Antriebstechnologien, immer aber in Verbindung mit erneuerbarer Energie. Dabei zeichnen sich für die unterschiedlichen Anwendungen schon relativ klare Profile ab: Bei Personenwagen im Kurz- bis Mittelstreckeneinsatz (also bis zu 80% aller Fahrzeuge), rechnen wir hauptsächlich mit batterieelektrischen Antrieben; zumindest dort, wo eigene Ladeinfrastrukturen realisiert werden können. Das Gleiche gilt für lokal eingesetzte Nutzfahrzeuge wie Busse und städtische Fahrzeuge. Im Mittelstreckenbereich hingegen gehen wir primär von Wasserstoffantrieben und bei Langstrecken- und Lastanwendungen sowie bei Radmaschinen und Spezialfahrzeugen von synthetischen Treibstoffen aus.

Braucht es drei verschiedene Technologiepfade?

Die Mobilität ist sehr heterogen: Angefangen bei Rollern und Kleinwagen auf Kurzstrecken über typische Mittelklassefahrzeuge, Sportwagen oder Anhängeranwendungen bis hin zu Liefer- und Lastwagen und Spezialfahrzeugen mit hohen Zuladungen auf Langstrecken. Rechnet man dann auch noch die landwirtschaftlichen Maschinen, Baumaschinen sowie den Schiffs- und Flugverkehr mit ein, wird schnell ersichtlich, dass es alle drei Pfade braucht.

Wie unterscheiden sich die drei Technologiepfade in Bezug auf das Energiesystem?

Der Betrieb von Fahrzeugen mit erneuerbarer Energie ist zwar notwendig, aber nicht hinreichend für eine Klimaentlastung; nutzen wir diese vermehrt in der Mobilität, dann nehmen wir sie letztlich nur anderen Anwendungen weg. Wir untersuchen daher, wie durch eine nachhaltige Mobilität gleichzeitig auch mehr erneuerbare Energie in das Energiesystem integriert werden kann. Im Bereich der Elektrofahrzeuge sind es etwa deren Batteriespeicher, die im Sommer für einen Tag/Nacht-Ausgleich von PV-Strom genutzt werden könnten. Die Wasserstoffherstellung ist eine von wenigen Optionen zur Nutzung der verbleibenden Überschusselektrizität im Sommer. Über synthetische Energieträger schliesslich können abgelegene energetische Ressourcen wie beispielsweise Wüstenregionen erschlossen werden.

 

Interview: Uschi Roth
Bildquelle: Empa, Dübendorf

www.tage-der-technik.ch

 

Christian Bach ist Automobil-Ingenieur FH und hat Weiterbildungsaufenthalte in den USA zu emissionsarmen und -freien Antriebstechnologien absolviert. Er ist Dozent am MAS Mobilität der Zukunft der ETH Zürich sowie Mitglied verschiedener Expertengruppen.