115 Jahre Swiss Engineering STV

Jahresbericht 2020 - Am 11. Dezember 1905 wurde in Zürich der Schweizerische Technikerverband (STV) gegründet, der 2004 in Swiss Engineering STV überging. Seit der Gründung haben sich die Herausforderungen für die Ingenieurinnen, Ingenieure, Architektinnen und Architekten stark verändert. Die Ziele von Swiss Engineering STV sind aber unverändert: Wir fördern den Austausch und die Vernetzung in einer Welt des Wandels, setzen uns mit den Herausforderungen in Technik sowie Gesellschaft auseinander und engagieren uns für die Bildung sowie für eine gute Stellung der IngenieurInnen und ArchitektInnen in der Arbeitswelt ein.

Dazu wirkt Swiss Engineering auf politischer Ebene mit. Seit 2005 haben wir zu mehr als zwanzig Vernehmlassungen Stellung bezogen, beispielsweise zur Energie¬strategie oder zu den Muster-vorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn). Schon früher hat der Verband das Informatik-Obligatorium am Gymnasium befürwortet, unter der Bedingung, dass keine anderen naturwissenschaftlichen Fächer gestrichen werden. Wir sind auch international für unsere Mitglieder aktiv. So hat sich Swiss Engineering stark für die Bologna-Reform eingesetzt, mit der die europaweit unterschiedlichen Bezeichnungen vergleichbar gemacht wurden. Dank dieser Reform ist die Ausbildung an den Schweizer Fachhochschulen heute im englischsprachigen Raum akzeptiert.

Ein Highlight aus unserem Engagement für Bildung und Vernetzung mit der Wissenschaft sind die «Tage der Technik», die Swiss Engineering im «Jahr der Technik» 2005 und pünktlich zum 100-Jahres-Jubiläum zusammen mit der SATW ins Leben rief. Dies war der Start für die jährlich stattfindende Veranstaltungsserie, die bis heute erfolgreich weitergeführt wird. Themen der Tage der Technik waren unter anderem «Medizin und Technik», «Lebenszyklus-Kosten von Bauten», «Technologien in der Mobilität» oder «Smart Future – wie Digitalisierung unser Leben verändert».

Die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Zukunft wird uns als Berufsverband weiter beschäftigen – Klimawandel, Mobilität, Digitalisierung, 5G und Gesundheit oder Fachkräftemangel. Mit unseren 12 000 Mitgliedern bauen wir auf breites Know-how und eine gute Vernetzung, um diese Themen erfolgreich zu bearbeiten.

Zürich, Mai 2021

 

Swiss Engineering und der Klimawandel

Jahresbericht 2020 - Treibhausgase nehmen zu, die Erdatmosphäre erwärmt sich, der Meeresspiegel steigt und die Gletscher gehen zurück – der Klimawandel findet statt, lässt sich wissenschaftlich belegen und wird in erster Linie durch menschliche Aktivitäten verursacht.

 

Für Swiss Engineering ist klar: Der Klimawandel, verursacht durch den Verbrauch fossiler Energieträger, wird Auswirkungen für die Schweizer Bevölkerung mit sich bringen. Dazu zählen die höhere Hitzebelastung, Trockenperioden, Hochwasser und Massenbewegungen sowie neuartige Schädlinge und Krankheiten.

Eine substanzielle Reduktion der Treibhausgase ist unserer Meinung nach vereinbar mit Wirtschaftswachstum und Arbeitsplatzsicherheit. Wir sind überzeugt, dass die technischen Lösungen, um dem Klimawandel die Stirn zu bieten, vorhanden sind. Um diese erfolgreich umzusetzen, sind geeignete politische Rahmenbedingungen und ein gesellschaftliches Umdenken unabdingbar. Von politischer Seite gilt es, Investitionen in die Technologien der Energiewende zu fördern und auf den Verbrauch fossiler Brennstoffe Abgaben zu erheben.

Wir sehen Chancen durch den Schutz des Klimas: Nachhaltiges Wirtschaften mit erneuerbarer Energie bringt der Industrie zusätzliche Wertschöpfung und CO2-Abgaben für die Verursacher verhilft neuen und effizienten Technologien zum Durchbruch. Durch den sparsamen Umgang mit der Energie lässt sich Geld sparen und Energieimporte verlieren an Bedeutung. Ohne die Bereitschaft für Anfangsinvestitionen geht es nicht – doch Swiss Engineering geht davon aus, dass die Schweiz in der Lage ist, in der Forschung rund um die CO2-Reduktion und erneuerbaren Energien einen Spitzenplatz einzunehmen.

Zürich, Mai 2021

 

 

Verband für Berufsbildung Raum- und Bauplanung Plavenir

Jahresbericht 2020 - Mit jährlich mehr als 1600 Lehrabschlüssen gehört der Zeichnerberuf in der Schweiz zu den zehn populärsten beruflichen Grundbildungen – Zeichnerinnen und Zeichner sind auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Das Berufsbild Zeichner/in EFZ wird alle fünf bis sieben Jahre überprüft und auf den neusten Stand gebracht. Der Verband für Berufsbildung Raum- und Bauplanung Plavenir unterzieht den sogenannten Bildungserlass, der die Ziele der beruflichen Bildung festlegt, einer Totalrevision. Die Arbeiten dazu fanden 2020 statt. Dabei wurden in einer umfangreichen Onlineerhebung die Lehrbetriebe befragt und das Qualifikationsprofil des Zeichnerberufs erarbeitet. Swiss Engineering konnte 2020 ein Mitglied für den Vorstand von Plavenir vorschlagen. Markus Kobel, dipl. Archtekt FH/STV, wird 2021 gewählt und konnte sich bereits im Vorstand einbringen. Plavenir hätte im vergangenen Jahr an den Berufsmeisterschaften SwissSkills 2020 teilgenommen, doch diese fielen – wie alle Grossveranstaltungen – der Pandemie zum Opfer und werden voraus-sichtlich 2022 wieder stattfinden.

Rahmenlehrplan Bauplanung

2020 startete die Überarbeitung des Rahmenlehrplans Bauplanung. Dieser gilt als Grundlage für die Bildungsgänge der höheren Fachschulen und wurde Anfang 2021 verabschiedet. Swiss Enginee-ring STV brachte sich mit fünf Mitgliedern in der ausarbeitenden Kommission ein. Es handelt sich dabei um Peter Moser, Dipl. Bauing. FH/STV; Rolf Baumberger, BSc Bauingenieurwesen FH/STV; Roman Brägger, Dipl. Bau-Ing. FH/STV; Mathias Schaub, Architekt FH STV und Peter Merz-Wieser, Dipl. Arch.HTL/STV.

Zürich, Mai 2021